... Raus aus der Halle, rauf auf die Beachplätze!

Deutsche Meisterschaft Cuxhaven

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Mit Marienkäfern zum fünften Platz

Am 1. und 2. August fanden in Cuxhaven an der Nordsee die 11. deutschen Beachhandball-Meisterschaften statt und wir waren das erste Mal dabei! Bereits am Freitag machten wir uns auf die ca. 470 km lange Reise über die A1 gen Norden. Am Abend fand die Auslosung der Gruppen und dementsprechend die Bekanntgabe des Spielplans statt. Nach langen Begrüßungsreden und einem mehr oder weniger spannenden Vortrag über die konditionellen Anforderungen des Beachhandballs wurde es endlich spannend, man erfuhr seine Gegner!

Gruppe 1
Team Hoppetosse Köln
Beach Bunnys
Bumblebees
MTV Wisch
The Storms Dortmund
Gruppe 2
Wattwürmchen Hamm
Team Attacke Köln
Koma Omas Kempen
Bonnbons
Rostocker Beach-Club
Gruppe 3
Sand AG Nord-West
Beach Bunch Berlin
Sandziegen
Team XXS Bremen
Hono-Lulus Krefeld

Sehr zufrieden über die Auslosung reichlich bekannter Gesichter ersparte man sich den Vortrag über Prävention, Verletzungen und Hygiene im Beachhandball und ging zum gemütlichen Abendprogramm über. Nachdem so langsam die komplette Mannschaft eingetrudelt war und alle Zelte standen, wurde sich wegen des Grillverbots auf dem Zeltplatz in der Stadt nach etwas Essbarem umgeschaut. Nachdem es in der ersten Pizzeria hieß: „Ausverkauft!“, wurde man in der Nächsten doch noch fündig und nach kleinem Strandspaziergang und Gute-Nacht-Bier wurde die Nachtruhe angegangen.

Am Samstag startete die erste Runde um 9 Uhr morgens, in der wir glücklicher Weise noch nicht zum Einsatz kamen. Um 9:30 wurden die Meisterschaften dann offiziell mit größeren und kleineren Reden, Mannschaftseinlauf und Show-acts eröffnet. Um 11 Uhr durften wir dann auch endlich ins Geschehen eingreifen, die Koma-Omas aus Kempen standen uns gegenüber. Die erste Halbzeit wurde ganz knapp nach Golden Goal gewonnen. Auch die zweite Hälfte wurde nicht entspannter, denn wegen gewisser Wurfschwierigkeiten im Angriff, aber einer bärenstarken Abwehr mit einer stark haltenden Heike dahinter, konnte auch diese Halbzeit nur mit einem Tor gewonnen werden. Abgehakt, 2:0 gewonnen, guter Turnierauftakt!

Im Tagesverlauf wurde auch die für die Nordsee angesagte Marienkäferplage immer stärker, von der Plage wurde es zur Invasion und unsere gelben Trikots taten ihr übriges. Mehr Sonne, mehr Schweiß und immer größere Marienkäferschwärme. Bei langweiligen Spielen wurde sich mit Fragen der Belastbarkeit von den Käfern beschäftigt. Können sich Marienkäfer alleine wieder umdrehen? Aus wie tiefen Löchern schaffen es Marienkäfer sich wieder auszugraben? Wie viele Marienkäfer passen auf ein gelbes Trikot?

Nach der Mittagspause ging es weiter gegen den Beachclub aus Rostock, ebenfalls alte Bekannte gegen die es sowohl schon hohe Siege, als auch deutliche Niederlagen gab. Die erste Hälfte verlief sehr spannend und diesmal hatten leider die Mädels aus Rostock nach Golden Goal das bessere Ende für sich. Wir hatten den Sieg schon in der Hand, aber leider traf Mina ihren Strafwurf nicht und im Gegenzug wurde der „Einer“ getroffen. In der zweiten Halbzeit machte sich dann mehr und mehr das Fehlen von Nadja in der Abwehr bemerkbar. Der Shooter wurde kaum in den Griff bekommen, dazu wurde vorne einfach nicht getroffen, dazu kam viel Pech mit Kreis und „Abgestandenen“ dazu. Die Leichtigkeit und der Spaß aus Spiel eins schienen vollkommen verloren und so ging das Spiel mit 2:0 verloren. Nun hieß es den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

Kurz danach stand das Spiel gegen Team Attacke Köln auf dem Programm und der Spaß sollte zurück kommen, obwohl die Kölnerinnen mit schönen Pirouetten der Links-Außen zu überzeugen wussten, hatten Maria und Moni immer eine Antwort parat. Dazu funktionierte es nun endlich den Shooter frei zu spielen und die erste Halbzeit wurde mit 17:11 gewonnen. Den zweiten Durchgang ging man etwas zu locker an und es dauerte lange bis endlich die Tore fielen, aber einmal wieder in Gang gekommen lief es rund und auch diese Halbzeit konnte souverän mit 17:7 gewonnen werden. Die nächsten zwei Punkte auf der Haben-Seite. Diese Leistung musste nun im Kopf behalten werden, denn im letzten Spiel ging es gegen den Favoriten, die Wattwürmchen Hamm. Ein Punkt wäre ganz wichtig für das Weiterkommen, denn auch die zwei besten Dritten würden das Viertelfinale erreichen.

Mit den guten Erinnerungen gelang ein starker Start in das Spiel und die Wattwürmchen nahmen bei einem Stand von 10:6 für uns eine Auszeit. Danach kamen sie gestärkt wieder ins Spiel und kurz darauf kassierte Jana leider auch noch eine rote Karte. Trotzdem wurde das Spiel weiter offen gehalten und erst der letzte Angriff brachte eine Entscheidung, leider zu Gunsten der Wattwürmchen. Nun musste man die zweite Halbzeit gewinnen. Gesagt getan, auch wenn es wieder extrem spannend wurde und erst der Ballgewinn von Nadine und das Golden Goal von Moni die Entscheidung brachten. Das folgende Shoot-out war leider nicht unser Spiel, nur Maria traf, danach verwarfen leider Moni, Mina und Steffi ihre Würfe und die Würmchen verwandelten alles. Trotzdem war man bester dritter und durfte sich am nächsten Tag auf das Viertelfinale freuen.

Dank des etwas seltsamen Auslosungsverfahrens hieß der Gegner am Sonntag um 9 Uhr im Viertelfinale schon wieder Wattwürmchen Hamm. Bei leichtem Nieselregen und frischer Meerbrise, die glücklicherweise die Marienkäfer weiter blies, traf man sich auf dem Center Court. So spannend wie das Spiel am Vorabend wurde auch dieses Viertelfinale. Die erste Halbzeit endete 12:12, also wieder Golden Goal mit dem glücklicheren Ende für die Wattwürmchen.

Auch in der zweiten Halbzeit schenkten sich beide Mannschaften nix und es ging nervenaufreibend weiter. Mina und Steffi als Shooter wurden wieder besser ins Spiel gebracht und durch starkes Spiel konnte die Halbzeit wieder denkbar knapp mit 17:16 gewonnen werden. Also ein erneutes Shoot-out und leider auch mit gleichem Ausgang wie am Vorabend. Die Wattwürmchen durften im Halbfinale spielen und uns blieben die Platzierungsspiele. Ein kleines bisschen Wehmut kam auf, aber dann überwog doch die Freude alle gesteckten Ziele erreicht zu haben. Trotzdem wollte man sich natürlich noch möglichste teuer verkaufen und versuchen Platz 5 zu erreichen.

Im folgenden Spiel kam dann mit den Hono-Lulus aus Krefeld endlich mal ein unbekannter Gegner. Die erste Halbzeit wurde stark gespielt und Heike fischte alles raus, was es zu halten gab. Kurz vor Ende schien man sich dann allerdings auf dem 6-Tore-Vorsprung auszuruhen und musste nach einem erneuten Unentschieden mal wieder ins Golden Goal. Nadja gewann sicher den Hochball und der erste Punkt wurde nach Hause geholt. Zweite Halbzeit gleiches Bild, wenn auch die Hono-Lulus stärker spielten und uns diesmal keinen Vorsprung gönnten. Ende des Liedes, wieder Golden Goal! Diesmal hatte Nadja nicht so viel Glück, aber Heike rettete uns mit einer Glanzparade. Nach tollem Einsatz von Maria, die einen Strafwurf rausholte, sicherte Nadja uns den Sieg und damit einen Platz in Spiel um Platz 5.

Im strömenden Regen sah man sich dann dem Team Beach Bunch Berlin gegenüber. In der ersten Halbzeit schienen wir der körperlichen Übermacht der Berlinerinnen nichts entgegensetzen zu können. Jede Aktion erschien vollkommen kraftlos und das Umschalten von Angriff auf Abwehr funktionierte gar nicht mehr, ein deutliches 10:17 rüttelte uns dann auf.

Die zweite Halbzeit verlief nun komplett anders. Astrid schaffte es nun direkt das schnelle Spiel der Berlinerinnen zu unterbinden und vorne trafen wir endlich wieder das Tor, verdienter Lohn 15:10. Wieder Shoot-out und jede Menge schlechte Erinnerungen im Kopf, aber diesmal wurde alles anders gemacht. Anstatt, dass Maria den ersten Wurf gewohnt sicher verwandelte, verwarf sie zur Überraschung aller und dafür trafen hintereinander dann Nadine, Moni und Mina ihre Pirouetten und sicherten den fünften Platz. Freude pur und Jubel im strömenden Regen! Ein tolles Ergebnis für die erste Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften und ein Ergebnis auf dem sich für die nächsten Jahre aufbauen lässt.

Deutscher Meister wurde das Team Hoppetosse, die sich im Finale dank zwei ganz klarer spielentscheidenden Fehlentscheidungen der Schiris gegen unseren zweimaligen Gegner den Wattwürmchen aus Hamm durchsetzten. Bei den Männern gewannen die Sand Devils Minden vor The Sandman’s aus Leverkusen.


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